copyright buehnen dautenheims  2019

buehnen dautenheims

die buehnen dautenheims sind in den letzten 25 jahren entstanden: ein ensemble aus regisseuren,

buehnenbildnern, musikern, schauspielern, die im sommer fuer eine produktion nach dautenheim

kommen, und aus ortsansaessigen akteuren, handwerkern, technikern und kameraleuten. zugleich

sind die buehnen dautenheims auch orte, nach und nach erbaute kleine theater, um „weltliteratur“

spielen zu koennen. es begann mit einer gasse, einer flucht durch die bewirteten gaeste der „kerb im

hof“ zum apfelschuss des wilhelm tell. zuckmayers „froehlicher weinberg" wurde  direkt im weinberg

gespielt, und fuer den gasthof mit hotel und misthaufen wurde das wingertshaeuschen renoviert.

dann kam die bretterbuehne um die alte steinkelter fuer die handwerkerszenen aus shakespeare's

„a midsummer night's dream“. fuer tschechows „onkel wanja. szenen aus dem laendlichen leben“ wurde 100 jahre nach dessen urauffuehrung die scheune ausgeraeumt und zur theaterscheune gemacht. hebbels „nibelungen“ bekamen hier eine riesige ebene, eine vergroeßerte buehne mit berg. kleists „zerbrochner krug“ brauchte die oeffnung des scheunentors am ende des stueckes und ein praepariertes klavier. thomas bernhards „macht der gewohnheit“ verlangte neben dem zirkuswagen eine freilichtbuehne im weinberg, die nach einem modell von silke bauer am wasserhaus errichtet wurde. tschechows „kirschgarten“ drehte den raum der theaterscheune um: zuschauerraum und empore jetzt das zweigeschossige gutshaus. kleists „amphitryon“ brauchte einen staedtischen platz, und der zuschauerraum der freilichtbuehne wurde um eine buehnenflaeche aus charlottenburger granitplatten ergänzt. aschenputtel/marx nach robert walser brauchte ein barocktheater, in das sich die theaterscheune durch eine reihe von weinbergsdraehten und die mit asiatischer tinte handgemalten papierprospekte eunsung yangs verwandelte. calderóns „großes welttheater“ braucht ein pferdefuhrwerk mit einer buehne auf zwei eisenbeschlagenen heuwagen mit welt- und himmelskugel als aufbauten fuer ein tourendes wandertheater.

das dorf und sein gedächtnis als theater der literatur. ein solcher echoraum ermöglicht achronie: die erfahrung der gleichzeitigkeit aller zeiten. diese bespielung des theaters/des dorfes aktualisiert unsere gegenwart zugleich mit unserer fernsten vergangenheit. marcel proust spricht von menschen als von riesen in der zeit.

©keck

ensemble buehnen dautenheims:

leitung annette storr, clara gervais regie: annette storr, steffen klewar komposition: clara gervais, byungjun kwon bühne: eunsung yang, silke bauer, hsuan huang, matthias nebel, andreas walter, valentin kruse kostüm: silke bauer, hsuan huang, eunsung yang dramaturgie: annette storr, anna graenzer, patricia bechtold, andreas wirth, rosalinde sartorti, volker helm, claudia kalscheuer, amata schneider-ludorff schauspiel: johannes karl, sebastian thiers, sebastian straub, janina rudenska, ursula hobmair, lise gervais, cathrin romeis, jens bohnsack, raphaela möst, hauke heumann, jan walter, jakob walser, patrick rupar, lou bihler, jenny wjerzoch, gesine danckwart, konny kopf, dieter buß, anne schön, rudolf blahnik, michel leoff, valentin keck, simon vogel, marie-luise vogel, werner graenzer, volker schneider, michael klotzki, ulla klotzki, horst michael, heike engel, charlotte becker, thomas boos, horst hamm, florian hamm, simone göttelmann, tobias schön, lothar storr, bernhard storr, constanze storr, klaus kopf, gudrun kopf, konstantin kopf, meike wagner, gerhard schauf, christian groten, edmund müller, doris hebauf, amata schneider-ludorff, claudia kalscheuer, eva weling, hedwig meitzler, günter adam, sandra sieben, tania dreher, nadia naber, sascha boller, uwe zobywalski, nicole schneider, anna opel, heike roller, peter odermatt, peter beltramini musik: clara gervais, yodfat miron, yumi onda, susanne paul, byungjun kwon, alice humbert, prisca stalmarski, michelangelo rinaldi, volker biesenbender, luca fiorni, valentin kruse, hsuan huang, konny kopf, doris hebauf, bärbel schwarz, inez, axel meier, stephan bootz, annette elster, claudia draser, hartmut müller, kurt steffens, feldherrenchor, jugendstreichorchester, ev. posaunenchor alzey, kath. musikverein weinheim tanz:  jungsun kim, die leineweber bühnenbau: silke bauer, hsuan huang, valentin kruse, eunsung yang, matthias nebel, bernhard storr, lothar storr, werner sikierski, gerd haller, michel leoff, richard plasa gewandmeisterei: margit doerwald, ursula storr, gunda john licht: silke bauer, steffen klewar, thierry zwiener kamera: ian purnell, thierry zwiener, susanne zwiener, thomas keck, josef heißenberger photos: thomas keck, gudrun arndt, marcus krüger, renate rosenau, doris hebauf ton: georg lichtenegger, marc sauter elektrik: klaus korffmann, reinhard henkel

©keck